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Das Wichtigste über Kartons

Stülpdeckelkarton, Graupappe oder Eckenheftung – gerne erklären wir Ihnen hier ein paar wichtige Details zu Herstellung und Einsatzzweck unserer Produkte. Unser Hauptbestreben ist es im Dialog mit Ihnen den für Ihre Zwecke optimal geeigneten Karton zu fertigen und zu liefern.

Herstellung eines gehefteten Kartons

Karton Lasche innen

Der Stülpdeckelkarton ist eines unsere wichtigsten Produkte. Der Deckel ist separat und wird über das Unterteil „gestülpt“. Eine typische Anwendung des Stülpdeckelkartons ist z.B. ein Schuhkarton.

Die eingesetzte Pappe richtet sich nach den Anforderungen wie Größe und Gewicht des aufzunehmenden Inhalts und kann von 0,4 mm bis zu 2 mm stark sein. Vornehmlich wird Graupappe eingesetzt, die im Einschichtverfahren hergestellt wird.

  • Pappstärken von 0,9 mm bis 2 mm
  • Spezielle Pappsorten auf Anfrage
  • Eckenstichheftung
  • Flachheftung
  • Feuerverzinkter Draht oder Edelstahl-Draht (Flachheftung)
  • Kaschierung mit bedruckten Papier und/oder Prägung

Kartons, die stärkere Pappen benötigen, werden aus geklebten, mehrschichtigen Pappen hergestellt. Bei besonderen Einsatzzwecken wie z.B. archäologische Grabungen bieten sich Karton aus Natronpappe an, da diese Pappe ein gewisses Maß an Feuchtigkeitsbeständigkeit aufweist und daher auch direkt am Grabungsort verwendet werden kann.

Kartons werden in mehreren Arbeitsschritten hergestellt. Nach dem exakten Zuschnitt der Pappe wird diese mit Spezial Ritz- oder Biegemaschinen so bearbeitet, dass beim Einbiegen der Seitenteile gerade Flächen entstehen, und an den Außenkanten keine Risse auftreten.

Dann werden die Kanten so eingeschlitzt das sich an den Ecken Laschen ausbilden die dann mit den Seiten, mithilfe von Drahtklammern, zusammengeheftet werden.

Je nach Anforderung können die Heftungen als Eckenstichheftung oder Flachheftung ausgeführt werden. Als Heftdraht verwenden wir feuerverzinkten Draht oder Edelstahl-Draht für die Flachheftung.

Als Sonderanfertigung besteht die Möglichkeit, die Pappe z.B. vor dem Verarbeiten mit bedrucktem Papier zu kaschieren oder eine individuelle Prägung aufzubringen. Gerne wird der Stülpdeckelkarton auch nur innen kaschiert und bleibt von außen in der typischen robusten Form erhalten. So bekommen die in dem Karton präsentierten Artikel einen „edlen“ Anschein.

Je nach Wunsch werden die Stülpdeckelkartons fertig aufgedeckelt oder Unterteil und Deckel getrennt verpackt, was das zusätzliche Öffnen des Kartons vor dem Verpacken erspart.

Karton Herstellung
Karton Herstellung Faltschema

Papparten

Vollpappe grau / weiß

Vollpappe grau/weiß

Details Vollpappe

Diese Pappe hat zwei verschiedene Oberflächen, wovon eine Seite „grau“ ist. Diese graue Farbe ergibt sich durch das Zusammenmischen vieler recycelter Papiere und Pappen im Produktionsprozess. Die andere Seite ist weiß gestrichen. Die grau/weiße Pappe eignet sich hervorragend zum Stanzen, Rillen und Ritzen.

  • 800g/m²
  • Recyclingfähiges Naturprodukt
  • Gedeckt und gestrichen einseitig weiß
Graupappe

Graupappe

Details Graupappe

Die von uns verwendete Graupappe, auch Vollpappe genannt, wird vorwiegend aus recycelten Altpapieren hergestellt. Je nach Stärke der Pappe gibt es unterschiedliche Herstellungsverfahren.

Zum Beispiel wird eine 700g/m² veredelte Vollpappe hauptsächlich aus Graukarton hergestellt, die einem Produkt einen soliden Schutz bieten kann. Wie bei der vorherigen Pappe kann man die Graupappe gut verarbeiten. Unterschiedliche Verarbeitungsweisen (Rille, Stanzen & Ritzen) sind ohne Weiteres möglich.

  • 700g/m²
  • Recyclingfähiges Naturprodukt
Graukarton

Graukarton

Details Graukarton

Durch die mehrlagige Schichtung des Graukartons, bekommt der Graukarton die gewünschte Stärke. So besteht unsere 1000g/m² oder 1350g/m² Pappe aus jeweils zwei Schichten Graukarton, die miteinander verklebt werden.

Diese Graukartonart wird zu einem stabilen Stülpdeckelkarton verarbeitet, der in der Industrie (Metallverarbeitung), Museen und Archiven verwendet wird.

  • 1000g/m²
  • 1350g/m²
  • Recyclingfähiges Naturprodukt
  • Sehr stabil
Braune Pappe

Braune Pappe

Details braune Pappe

Unsere braune Pappe ist beidseitig mit einem sehr stabilen und robusten Kraftpapier kaschiert worden. Dadurch erlangt die Vollpappe eine hohe Reißfestigkeit. Die Struktur der Pappe gibt dem fertigen Stülpdeckelkarton eine hohe Belastbarkeit bei der Lagerung und lässt sich sehr gut stapeln, ohne die Festigkeit zu verlieren.

  • 900g/m²
  • Robust und stabil
  • Recyclingfähiges Naturprodukt

Wie entsteht ein Karton?

Immer wieder hören wir die Frage, was das besondere an einem Stülpdeckelkarton ist und wie dieser entsteht. Diese Frage möchten wir gerne beantworten. Denn so ein Stülpdeckelkarton ist ja nicht einfach ein nur ein Karton. Um einen Geschenkkarton oder einen Archivkarton herzustellen, muss man eine Menge beachten.

Karton mit kurzem Deckel

WAS IST PAPPE UND AUS WAS SETZT SICH DIE GRAMMATUR ZUSAMMEN?

Die Grammatur ist im Grunde das Flächengewicht des Pappbogens für den Karton. Der Begriff Grammatur wird üblicherweise in der Papier- und Pappbranche verwendet. Die Einheit g/m² ist das Gewicht in Gramm je m². Der Unterschied zwischen den einzelnen Grammaturen kann mit der Hand gut erfühlt werden.
80 g/m² – 135 g/m² = Papier
450 g/m² – 1350 g/m² = Pappe
So hat etwa ein normales DIN-A4-Druckpapier 80g/m², was umgangssprachlich auch einfach nur „80g Papier“ genannt wird.

Mit 115 g/m² oder auch 135 g/m² wird der Papierbogen schon einen Tick schwerer. Hier sprechen wir aber noch nicht von Pappe, sondern noch von Papier in hoher Qualität. Damit wird der Stülpdeckelkarton bezogen.
Papiersorten gibt es in den verschiedensten Arten. 450 g/m² ist schon eher die Dicke, womit man einen schönen formvollendeten Karton herstellen kann. Aber es kommt noch dicker! Bis zu 1350 g/m² schwer kann ein Bogen sein, bei diesem Gewicht reden wir schon von sehr stabiler Vollpappe. Dazwischen gibt es viele verschiedene Abstufungen, wie weiter oben bereits ausführlich beschrieben worden ist.

 

DER PAPPBOGEN WIRD ZUGESCHNITTEN

Um den Karton fertig zu stellen, muss zunächst aus dem Pappbogen ein Grundmaß zu weiteren Verarbeitung zugeschnitten werden. So wird der Bogen aus Pappe jetzt durch die Kreisschere gelassen.
Einmal das Maß für den Deckel und einmal für das Unterteil. Ein Bogen ist schnell verarbeitet und alles sieht recht leicht aus, aber wenn man sich mal vorstellt:

Wir beabsichtigen 500 Kartons herzustellen, dann muss man, je nach Größe des Kartons, bis zu 500 Bogen Pappe durch die Kreisschere durchlassen.
Und Pappe ist sehr schwer. Eine Palette mit 1000 g/m² Pappbogen wiegt ca. 1000 kg und hat ungefähr 960 Bogen.
Und Schnitt!
Jetzt nehmen wir den groben Zuschnitt und gehen damit zum Schnellschneider. Hier stellen wir auf ein Zehntel genau das Maß ein, um einen endgültigen Zuschnitt zu bekommen. Beim Zuschnitt mit dem Schnellschneider gibt es zudem eine schön, saubere Schnittkante.
Der Schnellschneider hat eine immense Kraft. Stapel mit über 20 Pappbogen werden wie Butter zugeschnitten.

ZUSCHNITTE WERDEN GERILLT
Mit den fertigen Zuschnitten vom Schnellscheider gehen wir zur nächsten Maschine. Bei der Rillenmaschine werden kleine Walzen auf Maß gebracht. Damit wir später die Seitenwände vom Karton hochbiegen können, muss der Pappzuschnitt gerillt werden. Wenn wir das nicht tun würden und einfach so die Pappe biegen, dann bekommt man keine gerade Biegung hin und das Material reißt ein. Der Kartonzuschnitt wird von verschiedenen Seiten gerillt.
Rillen bedeutet, dass eine Vertiefung in den Pappbogen gebracht und so das Material an der Falzlinie verdichtet wird.

 

Karton Herstellung
Karton Herstellung Faltschema
Karton Herstellung Faltschema
Stanzzuschnitte

DER STÜLPDECKELKARTON ZUSCHNITT WIRD GESTANZ

Damit man später die Seiten vom zukünftigen Unter- oder Oberteil aufrichten kann, muss man ein Stück aus dem Pappbogenzuschnitt heraus stanzen. Das hat den Zweck, dass im nächsten Arbeitsschritt die Heftlaschen umgebogen werden und mit dem hoch gebogenen Seitenteil, durch eine Flachheftung, der Stülpdeckelkarton in seine endgültige Form gebracht wird.

EIN STÜLPDECKELKARTON ENTSTEHT
Der Pappzuschnitt, der die verschiedenen Arbeitsschritte durchlaufen hat, wird jetzt an der Heftmaschine per Hand aufgerichtet und mittels Heftklammern befestigt.
Es ist essenziell darauf zu achten, dass die Heftklammern vernünftig die Seiten, des Unter- oder Oberteils vom Stülpdeckelkarton, festhalten. Die Heftlaschen werden nach Innen gelegt, damit der Karton von außen gut aussieht und das Gegenstück sich gut überstülpen lässt.

Bis jetzt wurde die Herstellung eines gehefteten Stülpdeckelkarton mit Heftlaschen beschrieben.
Weiterhin gibt es die Variante mit Eckenheftung, die aufgrund der Konstruktion mehrere Vorteile anbietet.

Ein Karton mit Flachheftung ist nur schwer mit Papier zu beziehen. So fallen bei einem Karton mit Eckenheftung, wie schon erwähnt, die Heftlaschen weg. Eine Eckenheftung mit Papier wird bevorzugt genommen, wenn man einen Stülpdeckelkarton mit Papier überziehen möchte. Durch das Papier gibt es einen seichten Übergang, der später kaum bis gar nicht zu sehen ist.
Jeder Karton ist viel Handarbeit. Bei jedem Arbeitsschritt wird der Pappbogen oder Zuschnitt in die Hand genommen. Erst nach dem Heften am Flachhefter und der Verheiratung beider Teile (Ober- und Unterteil) ist der Stülpdeckelkarton endlich fertig.